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Wie CMS funktioniert


Wie CMS funktioniert

„Was ist das eigentlich: CMS?“ Das ist eine häufige Frage und hier ist eine Definition:
Ein Content Management System (System zur Inhaltsverwaltung) ist eine Software, ein Programm, das sich auf einem Internetserver befindet und die traditionellen statischen Webseiten als Darstellungsmittel ersetzt. Hier werden die Seiten auf Abfrage - on demand - aus einer Datenbank erzeugt. Der Inhaber kann seinen Inhalt online bearbeiten ohne einen Webmaster bemühen zu müssen. Zusätzliche gewünschte Funktionen und Möglichkeiten werden über sog. Plugins realisiert, so dass individuelle Programmierung nicht nötig ist.

Eine CMS empfiehlt sich für eine Webseite dann, wenn Sie
•    umfangreichen Inhalt verwalten wollen
•    regelmäßig Inhalte verändern oder bearbeiten müssen
•    erweiterte Funktionen zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stehen müssen

Eine große oder komplexe Seite kann mittels CMS schneller und kostengünstiger erstellt werden.
•    Die Seiten werden online im Browser erstellt
•    Die Bearbeitungen sind sofort in Netz
•    Der Inhaber kann Seiten leicht erstellen, bearbeiten oder auch löschen
•    Mit einem geringfügigen Lernaufwand kann der Eigentümer selbst neue Menüeinträge und sogar ganze Abschnitte einfügen
•    Design und Layout werden über sog. Templates gesteuert - es ist keine Maßanfertigung nötig.
•    Zusätzliche Funktionen werden über sog. Plugins erzielt - keine individuelle Programmierung nötig.
•    Es gibt - oder sollte doch geben - eine Vielzahl an Plugins.
•    Vielerlei Inhalt kann auf vielerlei Arten organisiert und präsentiert werden.
•    Der Inhalt an sich und die Präsentation des Inhaltes sind getrennt. D.h. das, was auf einer Seite ist, bestimmt nicht ihr Aussehen.
•    Leichte Einbindung der verschiedensten Medien

How To Use CMS - a guide to publishing content and other basic tasks
CMS terminology - the CMS dictionary - a guide to CMS definitions 


Es gibt heutzutage eine reichhaltige Anzahl an Content Management Systemen - wahrscheinlich über 2.000 - die Auswahl ist also groß. Die ökonomischsten und leicht zu pflegenden WCMS (Website Content Management System) stimmen mit den folgenden grundlegenden Prinzipien überein:
  • Das CMS hat einen „Namen“ und gilt als eine Lösung für Webseiten

  • Plugins und Templates können aus vielen verschiedenen Quellen bezogen werden

  • Das CMS läuft auf einem gewöhnlichen Webserver (einem LAMP-Server)

Es ist nichts falsch mit den CMS, die diesen Prinzipien nicht folgen. Nur sind sie in der Implementation und im Aufbau teurer,  und wesentlich teurer im Betrieb, der Pflege und der technischen Unterstützung.

Auf dem Markt gibt es eine Unzahl an Angeboten, vom Einfachen bis zum Ultrakomplexen. Gelegentlich werben Webseiten damit, dass sie CMS-gestützt sind, allein weil diese online bearbeitet werden können, obwohl sie den anderen Anforderungen nicht entsprechen. Die Möglichkeit, den Inhalt online zu bearbeiten, macht aber noch kein CMS.

CMS erklärt

Der Begriff CMS (Content Management System - System zur Inhaltsverwaltung) wird sowohl im Singular als auch im Plural benutzt. Diese Webseitenanwendungen arbeiten anders als „normale“ Seiten, insofern als auf dem Webserver normalerweise keine Seiten abgelegt sind, abgesehen von Fehlerseiten u.Ä. Anstelle dessen finden wir Konfigurations- und Anwendungsdateien (d.h. die „Maschine“), zusätzlich noch Verzeichnisse für Bilder und Graphiken, ja und eine Datenbank. Die Seiten werden auf Abruf zusammengestellt, Graphiken und Hilfsdateien, Text aus der Datenbank, ebenso die Parameter für die Veröffentlichung.

Alle CMS verwenden irgendeine Art Datenbank (DB),  gewöhnlich eine SQL-Variante. (SQL = ‘Structured Query Language‘ - Strukturierte Abfragesprache). Steht eine solche nicht zur Verfügung, gibt es folgende Alternative: eine simple Textdatei als Datenbank. Das begrenzt natürlich die Anzahl der tatsächlich möglichen Seiten, aber dennoch kann das für bestimmte Zwecke eine bessere Idee sein als eine konventionelle HTML-Seite.  Wenn sich der Inhalt laufend ändert und keine SQL-Datenbank auf dem Server befindet oder zugänglich ist, dann ist dieses textbasierte CMS eine gute Lösung.

Außerdem gibt es noch einige CMS, die einen sog. Client auf dem lokalen Rechner installieren und nicht auf dem Webserver. Die Seiten werden dann lokal erzeugt und auf den Webserver hochgeladen. Man kann sicherlich darüber streiten, ob diese Arbeitsweise überhaupt etwas mit CMS zu tun hat oder vielleicht doch eher ein Webseitengenerator ist. Das verwendet man, wenn es keinen Zugang zum Servermanagement oder keine Steuerungsleiste gibt. Oder wenn der durch das dynamische CMS erzeugte Seitencode zu schwerfällig ist und eine HTML-‚Lite‘- die bessere Alternative ist.

Das wollen wir nun noch mal kurz ansehen:

1.    Bei einer ‚normalen‘ Internetseite liegen die Seiten tatsächlich auf dem Server.
2.    Bein CMS-Internetseite gibt es keine Seiten auf dem Server.
3.    Das CMS nutzt normalerweise eine SQL-Datenbank, um den Seitentext zu speichern.
4.    Die Seiten werden beim Aufruf erzeugt und existieren vorher nicht.
5.    Wenn der Server nicht über eine SQL-Datenbank verfügt oder keine Verwaltungsfunktionen anbietet, dann kann ein textbasiertes CMS eingesetzt werden.

Wie eine Seite erzeugt wird

Die Arbeitsweise einer ‚normalen‘ Webseite unterscheidet sich von der eines CMS vollständig. Bei einer Standardseite liegen die einzelnen Seiten tatsächlich auf dem Server.  Bei einer serverbasierten Anwendung jedoch wie bei einem CMS werden die Seiten auf Abruf erstellt; sie existieren überhaupt nicht bis ein Browser sie anfordert. Das läuft dann womöglich wie folgt ab:

1.    Der Browser des Besuchers fordert eine Seite an.
2.    Der Server (häufig Apache) schaut im Cache nach, ob die Seite vielleicht im Speicher liegt, falls diese innerhalb einer gewissen Zeitspanne schon dargestellt worden sein sollte. Wenn ja, dann wird die Seite aus dem Speicher angezeigt.
3.    Wenn nicht, fordert der Server diese Seite vom CMS an.
4.    Falls das CMS selber einen Cache hat, guckt das CMS dort nach, und falls sie schon aufgebaut ist, wird sie nun angezeigt.
5.    Falls nicht, baut es die Seite auf: es holt sich die Parameter zur Veröffentlichung und den Text aus der Datenbank, dann werden Graphiken, Bilder und andere Bestandteile aus den entsprechenden Ordnern geladen, die Seite steht und wird nun an den Server übergeben.
6.    Der Server gibt sie an den Browser weiter. Außerdem erledigt er gleichzeitig noch eine Reihe anderer Aufgaben: er fragt die Top-Level -htaccess-Datei ab, genau so wie die lokalen für alle Arten von Optionen und Variablen,  übergibt die mit der Seite im Zusammenhang stehenden CSS- und Java-Skripte, führt Skripte aus, überreichte ein oder mehrere Cookies, ein Favicon, protokolliert den Seitenverkehr und etwaige Fehler und das alles -hoffentlich - in einer viertel Sekunde.

Das klingt nun ein wenig aufwendig, braucht aber auch bei den längsten Prozessen nicht viel Zeit (vorausgesetzt alle Parameter sind optimal eingestellt - was sie allerdings selten sind). In der Realität gibt es da doch einige Nachteile.

Server Overhead

Dieses Vorgehen verlangt vom Server einige Zusatzarbeit, den sog. Overhead, um die CMS-Seiten zu erstellen und andere Aufgaben zu erledigen. Dazu braucht er Rechenzeit, Arbeitsspeicher und alle anderen Ressourcen auf dem Server. Das bedeutet zwei Dinge: Serverlast und zusätzliche Seitenladezeit.

Das kann man leicht mit den Benchmarks messen, die im Apacheserver selbst vorhanden sind. Beispielsweise sollte der Server zwischen 100-400 gewöhnliche HTML-Seiten pro Sekunde anzeigen können. Die niedrigere Zahl ist die realistische; die höhere kann nur erreicht werden, wenn alle Parameter absolut ideal eingestellt sind. In normalen Arbeitsumgebungen ist das sehr unwahrscheinlich.

Also können auf einem Standardwebserver mehr als einhundert Besucher pro Sekunde bedient werden. Das ist eine ganz unglaubliche Zahl, denn wenn Sie das mal auf den Tag hochrechnen, so sind das sage und schreibe über acht Millionen. Selbst wenn wir uns um den Faktor 10 irren, so sind das immer noch weit mehr Besucher, als wahrscheinlich jemals auf einer Webseite oder sogar einem ‚Shared‘-Server sich einfinden.  Allerdings sind das tatsächliche eher theoretische Zahlen, denn es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass ein unter Arbeitsbedingungen stehender Server die einzelnen Seiten so schnell zur Verfügung stellen könnte, verschiedene Webpräsenzen auf dem selben Server sorgen für andere, zusätzliche Probleme, Abfragen müssen bedient werden, ein Server kann nicht endlos unter einer solchen Last laufen, und auch ein Netzwerk kann da nicht mithalten. Sogar wenn wir die Zahl nochmal durch 100 teilen, so könnte das immer noch nicht genügen.

Wenn aber ein CMS eingesetzt wird, so fällt diese Zahl auf etwa vier pro Sekunde. Hoppla! Das ist sowieso für einen Server unter Belastung die realistischere Zahl. Aber wegen der Unterschiede zwischen einer Test- bzw. Arbeitsumgebung, wie wir oben gesehen haben, liegt die eigentliche Zahl in der real existierenden Wirklichkeit noch niedriger. Vier Seiten pro Sekunde ist eine Menge, die auf einem dedizierten Server nicht abgefragt werden,  wohl aber auf einem ‚Shared‘-Server mit einigem Betrieb. Aber wohlgemerkt, wegen des Unterschieds zwischen Benchmarks und Wirklichkeit liegt die Anzahl wohl noch niedriger.

Die Frage der Serberbelastung und der zeitlichen Last werden teilweise durch den Cache gelöst - ein „Speicher“-Pool sowohl für das CMS (normalerweise) als auch den Server, die dort populäre Seiten vorhalten, um sie postwenden zu übergeben. Wenn sonst nichts daraus deutlich wird, so doch dass ein Server reichlich RAM braucht und schnelle Festplatten. Es erklärt auch, warum Serverplatten schneller ausfallen als die von Desktop-PCs.

CMS-Typen

Content Management System können für verschiedene Zwecke in verschiedene Arten eingeordnet werden. Zunächst einmal gibt es CMS für Webseiten und auch CMS für sonstige Inhalte (TV, Radio, Presse, Unternehmensintranet). Wir beschäftigen uns nur mit dem ersteren.

Die nächste Unterteilung erfolgt in die verschiedenen Klassen nach Funktion, z.B.:
  • Mikro CMS

  • Leichte CMS

  • Rich-Media-CMS (Video, Audio und Animation)

  • Online-Kataloge

  • Community / News

  • Provider/Verbraucher

  • Unternehmensveröffentlichungen

  • eCommerce

Die wohl grundlegende Unterscheidung ist die zwischen „Community/News“ und „Provider/Verbraucher“ . Diese Typen beziehen sich darauf, ob das CMS besser geeignet ist für viele Leute, die Inhalt erstellen oder nur einen bzw. ein kleines Team.  Das Community-Model kann noch aufgeteilt werden, in solche die sich nur für eine oder solche, die sich auch für mehrere Gruppen eignen.

Tatsächlich können natürlich die meisten CMS verschiedene Aufgaben erfüllen. Allerdings muss das CMS über eine bestimmte Funktion verfügen, wenn es sich für eine Community eignen soll: es muss das Editieren der Beiträge von der Besucherseite, dem Frontend, sowie einen Dateiupload ermöglichen.

Häufig bewährt sich ein CMS in zwei oder mehr Disziplinen, je nach dem, welche Plugins verwendet werden. So ist es möglich, mit demselben Basis-CMS verschiedene Versionen aufzubauen, die verschiedene Aufgaben erledigen.

Der Typ „Community“ eignet sich auch zufriedenstellend für den Typ „Provider/Verbraucher“ ohne Änderung. Der letzte Typ ist einfacher, denn er benötigt weniger Funktionen, speziell im Bereich ACL - den Access Control Lists - oder wenn Sie so wollen, den Benutzerrechten. Also Gruppen- oder individuelle Rechte wie z.B. editieren, veröffentlichen usw. Dieser Funktionsbereich ist der bei weitem komplexeste und auch am schwersten zu realisierende. Ein Unternehmens-CMS muss über fortgeschrittene Fähigkeiten in diesem Gebiet verfügen, ACL (mit Gruppenrollen), Versionskontrolle, Arbeitsabläufe und Buchungskontrolle. Daher ist es das komplexeste.

Faktoren, die die Arbeitsweise eines CMS beeinflussen

Die große Mehrheit der CMS arbeitet in der gleichen Weise, aber es gibt einige wenige Faktoren, die das beeinflussen. Manche können zusätzlich noch als lokaler Klient arbeiten, ein oder zwei arbeiten nur so. Also werden die Seiten lokal auf dem PC erstellt, dann auf den Server hochgeladen. Ab jetzt arbeitet das CMS wie eine normale einfache HTML-Seite - was heißt, dass es keinerlei skriptbasierte Interaktion zwischen dem Besucher und der Webseite gibt.

Die Fähigkeiten einzelner CMS entscheiden, wie viele Sachen sie gleichzeitig tun können, wie gut sie diese tun und auf wie viele verschieden Arten. Mit neuen Plugins stehen auch neue Funktionen zur Verfügung. Was ehedem ein bequemer Weg war, Inhalte zu bearbeiten, hat sich soweit entwickelt, dass mit seiner Hilfe vollständig interaktive Community-Zentralen betrieben werden.

Servlets

Manche CMS können nicht unabhängig laufen und benötigen eine zusätzliche Anwendung als Puffer zwischen dem CMS und dem Server. Eine solche Anwendung wird Servlet, Servlet-Container oder Anwendungsserver (application server) genannt,  z.B. Apache Tomcat und Zope.

CMS, die diese verwenden, sind im Hinblick auf Servertyp und Webhost eingeschränkt, viele verlangen einen dedizierten Server; ebenso ist der technische Support eingeschränkt und teuer. Daher machen Sie um diese besser einen Bogen, es sei denn spezielle Anforderungen  verlangen deren Einsatz.

Hier ist eine Liste mit Anwendugsservern:

Apache Tomcat
JRun
WebSphere
BEA WebLogic
Sun-ONE
Zope

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Das ist ein kurzer Überblick darüber, wie CMS arbeitet - was CMS bedeutet - was CMS tut - Bedeutung von CMS. Er sollte die gröbsten Lücken geschlossen haben und wir würden uns freuen, weitere Fragen zu beantworten, sehen Ihren Kommentaren entgegen. Nur so können wir diese Seite noch besser machen.
 
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