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CMS anwenden


CMS anwenden

Nun schauen wir uns einmal die konkrete Anwendung eines CMS an, seine grundlegenden Funktionen. Zunächst betrachten wir die Veröffentlichung: wie stellen wir Ihren Inhalt online?


Bitte beachten Sie: wir beschreiben hier eine Technologie, die sich in ständiger Weiterentwicklung befindet. So manches mal ist die hier verwendete Terminologie auf unserem eigenen ‚Mist‘ gewachsen (das gilt auch für die Übersetzung ins Deutsche), denn es gibt noch nicht genügend Begriffe, um dieses Thema hinreichend zu beschreiben. Diese  Dokumentation befasst sich mit einer hochaktuellen Webtechnologie, und so müssen wir manche Begriffe selbst prägen. :)

Die Organisation des Inhaltes

Sie wissen ja, wenn Sie ein CMS verwenden, gibt es auf dem Server keinerlei einzelne Seiten; der Text und die Einstellungen zur Veröffentlichung sind in einer Datenbank gespeichert. Andere Medien wie Fotos, Graphiken, Videos befinden sich in ihren Verzeichnissen auf dem Server.  Also müssen wir nur organisieren, wie das Programm, unser CMS, den Text aufruft und die Seite aufbaut.

Erst einmal schauen wir uns an, wie das CMS Inhalt organisiert und speichert. Hierfür orientieren wir uns an der gegenwertigen Spitze: Joomla. Seine Funktionsweise ist einfach zu verstehen. Joomla ist für uns die „Spitze“, weil es beliebt ist, also gut zu verstehen, und kann als Maßstab dienen, mit dem andere Anwendungen zu vergleichen sind. Es ist für bestimmte Aufgaben das richtige, für andere nicht.

Es gibt drei Ebenen oder Schichten zur Organisation des Inhaltes, ebenso drei Typen.  Diese drei Eben - in CMS sehr verbreitet - sind:
  • Abschnitt

  • Kategorie

  • Inhaltselement

Dies ist die verbreitete 3-Ebenen-Hierarchie in CMS. Es gibt Variationen und Ergänzungen, aber das ist das grundlegende Format. Es wird ebenso überall im eCommerce eingesetzt. Hier heißen die entsprechenden Begriffe (obwohl sie die gleiche Funktion ausfüllen):  Kategorie, Unterkategorie und Produkt.

Das „Inhaltselement“ entspricht - wenn Sie wollen - einer Seite, denn es wird häufig auf einer Seite dargestellt.  Andererseits werden kleinere Elemente womöglich auf einer Seite zusammengefasst, bei Online-Magazinen oder Portalen etwa. Tatsächlich ist das Inhaltselement also nicht notwendig eine Seite, aber doch recht häufig.

Als nächstes finden wir drei grundlegende Inhaltstypen, gewöhnlich nur Variationen des Inhaltselementes:
  • einfaches Inhaltselement

  • statisches Inhaltselement

  • sonstige Inhaltselemente

Wir finden zwei Haupttypen vor, das Standardinhaltselement  und ebenso das statische. Das letztere bezieht sich auf Inhalte, die sich normalerweise nicht ändern und sozusagen ‚außerhalb‘ gezeigt werden. Dazu zählen z.B. Nutzungsbedingungen, Geschäftsbedingungen u.Ä. , im Gegensatz zu einer Produkt- oder Servicebeschreibung oder einem Informationsartikel.

Diese bilden in der Regel den hauptsächlichen Inhalt einer Internetpräsenz und sind bilden daher die normalen Inhaltselemente. Sie werden mit ähnlichen Elementen zusammengefasst, z.B. als Teil einer umfassenderen Kategorie und auch noch regelmäßig editiert.

Der Begriff ‚statisch‘ kann hier leicht zu Missverständnissen führen, ja ist so gar eindeutig falsch, denn ‚statisch‘ hat auch andere Bedeutungen. Wir bevorzugen die Bezeichnung „Separates Inhaltselement“. Dieses gibt die Tatsache wieder, dass dieses Inhaltselement alleine steht, getrennt von den übrigen und nicht so einfach umgewidmet werden kann. Ein Separates Inhaltselement ist weder einem Abschnitt noch einer Kategorie zugeordnet.

Zusätzlich gibt es noch einige alternative Inhaltselemente. Diese sind von CMS zu CMS verschieden. In Joomla - wie bei einigen anderen - ist das z.B. das Modulare Inhaltselement.  Ein solches Modul ist in der Lage, beliebigen Inhalt (Text, Bilder, Graphiken, Videos, u.v.m.) an beliebiger Stelle darzustellen. Und zwar nicht nur im normalen Inhaltsbereich, sondern auch im Kopf-, Fuß- und Seitenbereich der Seite.

Ein eigenes Modul erzeugen

Ein solches Modul lässt sich leicht im Modulmanager erzeugen. Dort können Sie Namen, Einstellungen und den gewünschten Inhalt bestimmen.  So lassen sich getrennte, zusätzliche Inhalte in Blockform darstellen, die quasi außerhalb des normalen Inhaltes stehen und deshalb ähnlich wie Separate Inhaltselemente schwer wiederzuverwenden sind. Sie gehören keinem Abschnitt und keiner Kategorie an. Bitte merken Sie sich: nur normale Inhaltselemente lassen sich leicht weiterverwenden und erneut veröffentlichen. Deshalb sollte der Großteil des Inhaltes in solchen normalen Inhaltselementen dargestellt werden.

Abkürzungen

Im Folgenden verwenden wir die Abkürzungen:
  • eI:     Einfaches Inhaltselement

  • sI:     Separates (statisches) Inhaltselement

  • mI:     Modulares Inhaltselement

Die Nutzung des Inhaltes

Die Namen der Inhaltstypen geben schon ihre Verwendung wider. Hier noch einige Ausführungen zur Verdeutlichung; Abschnitt und Kategorie folgen.

  • Das eI ist der hauptsächliche Inhaltstyp. So werden Sie den Großteil Ihres Materials präsentieren, und das auf verschiedenste Art und Weise.  Sie können es zwischen den Abschnitten und Kategorien verschieben und es entsprechend Ihrer graphischen Oberfläche, dem ‚Template‘, und den durch Plugins zur Verfügung gestellten Funktionen entsprechend und wunschgemäß veröffentlichen. Auf Ihrer ‚Frontpage‘ und natürlich überall sonst.

  • Das sI verwenden Sie, wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass Sie den Inhalt
    • nochmal an anderer Stelle verwenden
    • verschieben
    • bearbeiten
    • oder umwidmen

  • Das kann z.B. eine 404-Fehlerseite, eine Datenschutzerklärung o.Ä. sein. Normalerweise stellen Sie das nicht auf Ihre Startseite, aber es gibt Ausnahmen.

  • Modulare   Inhaltselemente (mI) existieren nur innerhalb eines sog. Moduls. Dort werden sie erzeugt und angezeigt. Die Darstellung erfolgt gemäß den Spezifikationen des verwendeten (oder selbst erzeugten) Moduls. Das mI kann nur von einem Administrator im sog. ‚Backend‘, der Verwaltungsoberfläche, erstellt werden.


Ein Anwendungsbeispiel

Nehmen wir einmal einen Immobilienmakler.  Der möchte seine Objekte (Wohnungen, Häuser) aus dem ganzen Land anbieten. Also erstellt er Abschnitte für die einzelnen Bundesländer, unterteilt in Orte (Postleitzahlgebiete), die als Kategorie dienen.  Außerdem benötigt er eine Seite für die AGB und eine weitere für die Datenschutzerklärung. Zur Vereinfachung verzichten wir hier auf eine tiefergehende Aufgliederung, die jedoch selbstverständlich möglich ist.

Abschnitte und Kategorien

Zunächst erstellt er Abschnitte für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin ... und die entsprechenden Orte als Kategorie (wir verwenden hier die Ortsnamen, obwohl eine Einordnung nach PLZ die übliche wäre). Es entsteht als folgende Hierarchie (in Andeutung):

a.    Baden-Württemberg (Abschnitt)
a.    Stuttgart (Kategorie)   
i.    Hintergasse 22 (eI)
ii.    Dauerwaldweg 3 (eI)
b.    Freiburg (Kategorie)
i.    Spitzweg 12a (eI)
ii.    Dornwaldbusch 44 (eI)
b.    Bayern (Abschnitt)
a.    München (Kategorie)
i.    An der Wiesen 2 (eI)
(usw.)
c.    AGB (sI)
d.    Datenschutzerklärung (sI)

Die normalen Seiten (eI) können erst erstellt werden, wenn sie Kategorien zugeordnet werden können. Kategorien können erst erstellt werden, wenn sie Abschnitte haben. Also liegt der Anfang bei den Abschnitten. Richten Sie diese als erstes ein und dann die Kategorien. Ein sI kann sofort erzeugt werden, aber es kann weder einer Kategorie zugeordnet noch anderweitig wiederverwendet werden.

Der Abschnitt ist die oberste Ebene in einem CMS und kann dutzende Kategorien enthalten. Als mittlere Ebene kann die Kategorie hunderte von einfachen Inhaltselementen (eI)  enthalten. Üblicherweise sind bei einem CMS die Ebenen auf drei beschränkt - weshalb es keine Unterkategorien gibt. Allerdings gibt es hier Umgehungslösungen, abhängig von Ihren Vorstellungen.

Darstellung des Inhalts

Da Sie nun einige Seiten haben, können Sie die auch veröffentlichen, so dass die Besucher Ihrer Webseite diese auch lesen können. Dazu müssen sie in der Lage sein, die Seiten Ihrer Internetpräsenz irgendwie ‚umzublättern‘. Das erreichen wir mit Menüs und Links. Am leichtesten geht das mit Menüpunkten:
  • Zeigen Sie für den Abschnitt eine Seite, die die jeweiligen Kategorien anzeigt, sowie Text und Bilder nach Ihren Wünschen
  • Ebenso für Ihre Kategorien, eine Liste der hier enthaltenen Seiten, sowie Text und Bilder nach Ihren Wünschen .
  • Oder Sie verwenden einfache Menülinks.
  • Die separaten Inhaltselement (sI) müssen ganz direkt via Menüs verlinkt werden.
  • Die modularen Inhaltselemente (mI) können nur allen Seiten/manchen Seiten/einer  Seite zugeordnet werden. Die Position auf der betreffenden Seite kann gewählt werden.

Menüs

Gleich nach der Installation von Joomla stehen Ihnen vier Menüs zur Auswahl. Natürlich können Sie soviele erzeugen, wie Sie wollen. Brauchen Sie ein Menü für Wohnungen? Erstellen Sie eines und nennen Sie es, wie Sie wollen. Und natürlich können Sie es auf jeder gewünschten Seite anzeigen. Sie müssen sich nicht auf die vorhandenen beschränken oder sich an Benennungsvorschriften halten.

Also, basteln Sie sich ein vollständig neues Menü, mit dem Namen „Wohnungen“ - ohne dass Sie eines der vorhanden benutzen - und zeigen Sie es auf Seite 38 an einer ganz ungewöhnlichen Stelle. OK? Genau das können Sie machen!

Die erste und wichtigste Entscheidung, die Sie treffen müssen, betrifft die Art des Menüs. Das Übliche sind hier vertikale bzw. horizontale Menüs. Allgemein kann man sagen, wenn Sie viele Links haben, eignet sich das vertikale besser. Haben Sie aber weniger als zehn Menüpunkte, dann darf es auch ein horizontales sein. Zusätzliche Elemente werden in Drop-Down-Menüs untergebracht.

Der Menütyp, der in einer Bewegung soz. ‚aufklappt‘, wird ‚Fly-Out‘-Menü oder kaskadierendes Menü genannt. Allerdings gibt es Bedenken, was die Benutzerfreundlichkeit angeht, denn manche vertreten die Meinung, dass alle Menüoptionen gleich von Anfang an sichtbar sein sollten.

Außerdem müssen diese ‚Fly-Out‘-Menüs sorgfältig programmiert werden, damit die ‚bots‘ (auch ‚spider‘) der Suchmaschinen, die die Seiten in den Index einfügen, diese Menüs auch leicht erfassen können. Hierfür gibt es nur einen bekannten Weg, und zwar die Verwendung des sog. Suckerfish-Menüs. Hierbei wird der gewünschte Effekt durch zusätzliches (Java)-Script erzielt, wie z.B. das weiche Einblenden. Benutzen Sie auf keinen Fall Flash! Setzen Sie JavaScript nur ein, wenn das Menü auch ohne funktionsfähig ist.

Der Seitenaufbau

Natürlich müssen Sie sich auch über den Seitenaufbau Gedanken machen, die Gestalt und die Präsentation der Seiten und anderer Inhalte. Diese zeigt sich in vier Hauptmöglichkeiten:

  • eine tiefe Struktur: wenige Seiten auf oberster Ebene und zweiter Ebene, aber viele unterhalb der dritten
  • eine breite Struktur: viele Seiten auf oberster Ebene, sichtbar in den Menüs
  • die Standardstruktur: eine Kombination der beiden
  • und Spezialfälle, wie z.B. eine Community-Seite oder Webverzeichnisse

Die Anordnung der Menüs

Allgemein kann man sagen, dass es für wirklich große Seiten besser ist, Hauptseiten für Abschnitte und Kategorien als Teil des Menüsystems zu haben. Solche Seiten dienen als Startseite für die betreffenden Abschnitte und Kategorien, und das CMS pflegt die Menüs automatisch.

Für Seiten mittlerer Größe sorgen Sie für Unterkategorien und erstellen die zusätzlichen Menüs manuell. Verwenden Sie diese in Ergänzung zu den Menüs Ihrer Startseite.

Bei kleinen Seiten erstellen Sie die Menüs durchweg von Hand. Tatsächlich ist das wohl der beste Weg, denn eine Kategorieseite mit wenigen Elementen macht nicht viel her.

Natürlich können Sie all das auch frei kombinieren. Wenn Sie 99 verschiedene Menüs benötigen, mit verschiedenem Aussehen auf verschiedenen Seiten und verschiedenen Stellen: nur zu!

Entwurf des Seitenaufbaus

Es ist eine Tatsache, dass die Menüstruktur den Aufbau Ihrer Seite,  Ihre Erscheinung und Layout bestimmt. Bevor Sie also mit dem Menüaufbau beginnen, sollten Sie sich über die ‚Gestalt‘ Ihrer Seite einige Gedanken machen.

Ein Weg, dies zu tun, ist, eine Aufstellung Ihres Seiteninhalts in Gruppen zu machen, festzustellen, wie diese miteinander interagieren oder auch nicht, und was die Haupt- und Nebenziele der Seite sind. Sobald Sie sich vom Seiteninhalt und den Funktionen ein Bild gemacht haben, sollten Sie ihren Aufbau sehen können. Sodann erstellen Sie die Menüs.

Als allgemeine Regel für den Menüaufbau mag gelten, dass eine Seite mit mehr als 5000 Einzelseiten wohl besser mit den automatisch erzeugten Menüs gebaut wird - ansonsten wäre das ja auch eine Menge Arbeit. Unter 1000 Einzelseiten verwenden wir ein manuell erstelltes Menü. Dies bietet eine bessere Feinabstimmung. Natürlich kann man jederzeit eine Kombination verwenden - auch auf kleinen Seiten, wenn eine Kategorie beispielsweise viele Einzelseiten hat.
 
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